In Gütersloh steht man geotechnisch oft auf einer Mischung aus Geschiebemergel und sandigen Einlagerungen der Emssandebene. Das sieht oberflächlich recht homogen aus. Letzten Herbst hatten wir einen Fall an der Verler Straße: Der Bauherr wollte ein Mehrfamilienhaus errichten, und die ersten Rammsondierungen deuteten auf tragfähigen Boden hin. Erst die seismische Tomographie zeigte dann, dass in 4 Metern Tiefe eine alte, verfüllte Rinne quer durchs Baufeld zog – ein Relikt aus der Saale-Eiszeit. Ohne diese geophysikalische Ergänzung wäre das Fundament völlig falsch dimensioniert worden. Solche verdeckten Strukturen sind typisch für den Raum Gütersloh und genau der Grund, warum wir hier nie allein auf Punktaufschlüsse setzen. Wer tiefer in die Thematik einsteigen will, dem hilft auch ein Blick auf die Baugrunderkundung mittels CPT, wenn es um die Feinschichtung bindiger Böden geht.
Die seismische Tomographie macht aus einem Flickenteppich von Punktaufschlüssen ein geschlossenes Bild – das spart im Zweifel mehr Gründungskosten, als die Messung selbst kostet.
Leistungsmerkmale in Gütersloh

Demonstration video
Lokale geotechnische Bedingungen in Gütersloh
In Gütersloh erleben wir immer wieder, dass Bauherren bei der Ausschreibung für ein Einfamilienhaus am Stadtrand glauben, mit drei Drucksondierungen sei es getan. Der Boden sieht in den Schürfen erstmal gleich aus – sandiger Lehm, steif, okay. Was man aber nicht sieht, sind die tiefreichenden Ausläufer der ehemaligen Ems-Niederterrasse, die lokal völlig ausgewaschene Kieslinsen mit geringer Lagerungsdichte hinterlassen haben. Setzt man hier ein Streifenfundament ohne Kenntnis dieser lateralen Wechsel, hat man später differentielle Setzungen, die jeden Innenputz ruinieren. Die seismische Tomographie deckt solche Inhomogenitäten im Längsprofil auf und verhindert, dass das geotechnische Modell ein Wunschkonzert bleibt. Die Alternative, nämlich ein Raster mit zehn zusätzlichen Bohrungen, wäre im innerstädtischen Gütersloh mit seinen engen Zufahrten und sensiblen Nachbargrundstücken kaum durchführbar.
Unsere Leistungen
Unser Team konzentriert sich in Gütersloh und Ostwestfalen auf die geophysikalische Baugrunderkundung, die über die klassische Bohrlochgeophysik hinausgeht. Die Kombination aus langjähriger lokaler Erfahrung und moderner Messtechnik erlaubt eine präzise Vorhersage der zu erwartenden Baugrundverhältnisse.
Refraktionstomographie für flache Gründungen
Kartierung der Felsoberkante und des Verwitterungshorizontes, ideal zur Bestimmung der Aushubklassen und zur Dimensionierung von Bodenplatten in den Hanglagen am Teutoburger Wald.
Reflexionsseismik für tiefe Strukturen
Hochauflösende Abbildung von Schichtgrenzen und Störungen bis in Tiefen von über 50 Metern, besonders relevant für die Planung von Regenrückhaltebecken im Karstumfeld des Muschelkalks.
Integrierte geophysikalische Beratung
Zusammenführung der seismischen Daten mit Ergebnissen aus direkten Aufschlüssen und anderen zerstörungsfreien Verfahren wie Geoelektrik, um ein konsistentes Baugrundmodell gemäß DIN 4020 zu erstellen.
Häufige Fragen
Was kostet eine seismische Tomographie in Gütersloh?
Je nach Länge des Profils und benötigter Eindringtiefe liegt der Aufwand in Gütersloh typischerweise zwischen €2.420 und €5.210. Flache Refraktionsmessungen für eine Bodenplatte sind am unteren Ende angesiedelt, während kombinierte Reflexionsmessungen mit großen Auslagen und aufwändiger Anregung den höheren Bereich ausmachen.
Reicht die Refraktionstomographie aus, oder brauche ich auch Reflexion?
Das hängt von der Tiefe des Eingriffs ab. Für den klassischen Hochbau bis 10 Meter reicht die Refraktion meist aus. Sobald Sie in Gütersloh tiefer gehen – etwa für Tiefgaragen im Grundwasser oder Versickerungsanlagen im klüftigen Muschelkalk – benötigen Sie die Reflexion, um die Basis des Lockergesteins sicher zu identifizieren.
Können Sie die Messung auch auf engem Raum im Innenstadtbereich von Gütersloh durchführen?
Ja, das ist kein Problem. Wir arbeiten mit funkgesteuerten Auslösesystemen und kompakten Geophonen, die auch auf asphaltierten Parkplätzen oder schmalen Grünstreifen zum Einsatz kommen. Für die Anregung nutzen wir in solchen Fällen meist ein Fallgewicht, um Erschütterungen an der Nachbarbebauung zu vermeiden.
Wie verlässlich sind die Ergebnisse im Vergleich zu einer Bohrung?
Die seismische Tomographie ersetzt keine Bohrung, sondern ergänzt sie ideal. Die Bohrung liefert die Bodenprobe und den genauen Schichtaufbau an einem Punkt; die Seismik interpoliert diesen Aufbau zwischen den Punkten und zeigt laterale Wechsel, die eine Bohrung allein nicht erfassen kann. Zusammen ergeben sie ein belastbares geotechnisches Modell.