Die Geschiebemergel und Auenlehme im Raum Gütersloh haben eines gemeinsam: Sie reagieren extrem empfindlich auf Wassergehaltsänderungen. Gütersloh liegt am Rand der Westfälischen Bucht, wo eiszeitliche Ablagerungen mit jungen Flusssedimenten der Ems verzahnt sind. Wer hier ein Bauprojekt plant, braucht Klarheit über die bindigen Schichten. Die Atterberg-Grenzen liefern genau diese Klarheit. Fließgrenze und Ausrollgrenze definieren die Plastizitätsspanne eines Bodens. Das ist keine akademische Spielerei, sondern entscheidend für die Kennwerte, die in jede erdstatische Berechnung einfließen. In einer Stadt mit über 100.000 Einwohnern und aktivem Baugeschehen entlang der B61 und im Gewerbegebiet Avenwedde ist die präzise Bodenansprache nach DIN EN ISO 17892-12 unverzichtbar. Wir kombinieren die Atterberg-Versuche oft mit der Korngrößenanalyse, weil erst beide Verfahren zusammen den Feinkornanteil und dessen Aktivität sinnvoll interpretierbar machen.
Die Plastizitätszahl eines Bodens sagt mehr über sein Verformungsverhalten aus als zehn Lastplattendruckversuche auf der falschen Schicht.
Leistungsmerkmale in Gütersloh

Lokale geotechnische Bedingungen in Gütersloh
Der häufigste Fehler in Gütersloh: Ein Bodengutachten klassifiziert den Baugrund nur nach der Körnung und ignoriert die Plastizitätseigenschaften. Das rächt sich spätestens beim Aushub. Ein scheinbar standfester Schluff wird bei Wasserzutritt fließfähig, die Böschung sackt weg. Oder der Boden unter der Bodenplatte schrumpft im trockenen Sommer 2022 so stark, dass die Platte reißt. Wir haben solche Fälle in der Praxis mehrfach gesehen. Die Atterberg-Grenzen verhindern diese bösen Überraschungen. Sie ordnen den Boden im Plastizitätsdiagramm nach Casagrande ein und erlauben eine realistische Abschätzung des Verformungsverhaltens. Gerade bei Bodenplatten auf bindigem Untergrund ist die Kenntnis der Schrumpfgrenze wirtschaftlich relevant.
Unsere Leistungen
Unsere Laborleistungen im Bereich Atterberg-Grenzen umfassen die komplette Prozesskette von der Probenahme bis zur gutachterlichen Bewertung für Gütersloh und Umgebung.
Fließgrenze (wL)
Bestimmung mit dem Casagrande-Gerät nach DIN. Ermittlung des Wassergehalts, bei dem der Boden vom plastischen in den flüssigen Zustand übergeht.
Ausrollgrenze (wP)
Manuelle Bestimmung durch Ausrollen des Bodens zu 3-mm-Röllchen. Definierter Wassergehalt beim Übergang vom halbfesten in den plastischen Zustand.
Plastizitätsdiagramm
Eintragung im Casagrande-Diagramm zur Klassifikation von Schluffen und Tonen. Bewertung der Aktivität und der zu erwartenden Setzungsneigung.
Konsistenzbestimmung
Berechnung der Konsistenzzahl IC aus natürlichem Wassergehalt und Atterberg-Grenzen. Beurteilung der Zustandsform des Bodens in situ.
Häufige Fragen
Was kosten die Atterberg-Grenzen pro Probe in Gütersloh?
Die Laboruntersuchung der Atterberg-Grenzen liegt in unserem akkreditierten Labor bei 60 bis 90 Euro netto pro Probe. Der genaue Betrag hängt von der Probenanzahl und der erforderlichen Zusatzversuche wie der Korngrößenanalyse ab.
Welche Bodenarten benötigen eine Atterberg-Prüfung?
Alle bindigen Böden mit einem Feinkornanteil über 40 Prozent. In Gütersloh betrifft das vor allem die Geschiebemergel und Auenlehme der Ems. Reine Sande und Kiese benötigen die Prüfung nicht, weil sie keine Plastizität aufweisen.
Wie lange dauert die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze?
Die reine Laborarbeit dauert etwa einen Arbeitstag. Die Proben müssen vorher bei 105 Grad Celsius getrocknet und dann aufbereitet werden. Ergebnisse liegen in der Regel 2 bis 3 Werktage nach Probeneingang vor.
Warum sind die Atterberg-Grenzen für die Gründung in Gütersloh wichtig?
Die Atterberg-Grenzen definieren die Plastizitätsspanne des Bodens. In Gütersloh mit seinen schrumpfempfindlichen Geschiebemergeln und Auenlehmen ist das entscheidend für die Wahl der Gründungstiefe und die Dimensionierung von Bodenplatten. Die Konsistenzzahl IC aus den Atterberg-Grenzen geht in die erdstatische Bemessung ein.