GU
Gütersloh, Germany

Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Gütersloh: Kennwerte für Versickerung und Abdichtung

Mit 101.000 Einwohnern und einer Lage auf durchschnittlich 75 m ü. NHN erstreckt sich Gütersloh über die sandig-lehmigen Niederterrassen der oberen Ems. Wer hier ein Bauvorhaben plant, das mit gezielter Versickerung oder dem Nachweis geringer Gebirgsdurchlässigkeit arbeitet, kommt am Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon nicht vorbei. Das DWA-Arbeitsblatt A 138 verlangt für die Bemessung von Rigolen und Mulden belastbare kf-Werte aus dem Untergrund – laborseitig allein nicht zuverlässig genug, weil Gefügeveränderungen den Wert verfälschen. In Gütersloh setzt unser geotechnisches Team den Versuch direkt im Bohrloch um: als Open-End-Test im Lockergestein (Lefranc) oder als Packer-Test im klüftigen Festgestein der Münsterländer Kreide, wo die hydraulische Leitfähigkeit über wenige Dezimeter Tiefenintervall variieren kann. Ergänzend zur Bestimmung der Durchlässigkeit kann eine Korngrößenanalyse die Kornverteilung der anstehenden Sande und Geschiebelehme aufschlüsseln und so die hydraulische Einstufung absichern.

Der Lugeon-Wert bei 10 bar Prüfdruck zeigt, ob das Kluftsystem im Kalkmergel dilatant oder erosiv reagiert – entscheidend für jede Injektionsplanung.

Leistungsmerkmale in Gütersloh

Die quartären Lockergesteine im Gütersloher Stadtgebiet, geprägt von Schmelzwassersanden der Saale-Kaltzeit und eingelagerten Geschiebemergelbänken, zeigen eine ausgeprägte Heterogenität der Durchlässigkeit. Während die Sande kf-Werte zwischen 1×10⁻⁴ und 5×10⁻³ m/s erreichen können, liegen die tonig-schluffigen Einschaltungen oft unter 1×10⁻⁷ m/s. Der Lefranc-Versuch wird hier mit konstanter oder fallender Druckhöhe nach DIN 18130-1 in Bohrlöchern mit 100 bis 200 mm Durchmesser ausgeführt, wobei die Filterstrecke exakt auf die Schichtgrenzen abgestimmt wird. Bei Gründungen im Bereich der Emsaue ist die Kenntnis der vertikalen Durchlässigkeitsverteilung entscheidend, weil hochdurchlässige Rinnenfüllungen direkt neben geringdurchlässigen Auelehmen liegen können. Für Bauvorhaben im südlichen Stadtgebiet, wo kreidezeitliche Kalkmergel des Turoniums oberflächennah anstehen, kommt stattdessen der Lugeon-Test zum Einsatz – ein Packer-Test mit fünf Druckstufen, der nicht nur den Gebirgsdurchlässigkeitsbeiwert liefert, sondern auch Aussagen zur Erweiterung oder Auswaschung von Klüften zulässt. Die Kombination beider Verfahren mit einem SPT-Bohrung erlaubt es, die Lagerungsdichte parallel zur Durchlässigkeit zu bewerten und so ein vollständiges Baugrundmodell für Gütersloh zu erstellen.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Gütersloh: Kennwerte für Versickerung und Abdichtung
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Gütersloh: Kennwerte für Versickerung und Abdichtung
ParameterTypischer Wert
Normative GrundlageDIN 18130-1, DIN EN ISO 22282-2/3
Geeignet für LockergesteinLefranc (Open-End-System, kf: 1×10⁻⁷ bis 1×10⁻³ m/s)
Geeignet für Fels / klüftiges GebirgeLugeon (Packer-Test, 5 Druckstufen à 10 min)
Bohrlochdurchmesser Lefranc100–200 mm, Filterstrecke ≥ 3× Bohrloch-∅
Prüfdruckstufen Lugeon0,5 – 1,0 – 2,0 – 5,0 – 10,0 bar (ansteigend und abfallend)
Berechnungsgleichung Lefranckf = Q / (C × H × D) nach Hvorslev-Formfaktor
Einheit Lugeon-Wert1 Lugeon = 1 l/min/m bei 10 bar Prüfdruck
Berichtsbestandteilkf-Wert, Lugeon-Diagramm, hydraulische Charakterisierung

Lokale geotechnische Bedingungen in Gütersloh

Ein hydraulisches Doppelpacker-System mit zwei aufblasbaren Manschetten wird im Bohrloch auf die festgelegte Teststrecke abgesenkt und über einen Hochdruckschlauch mit Wasser beaufschlagt. Der Prüfdruck wird stufenweise erhöht und über einen elektronischen Drucksensor mit Datenlogger im 10-Sekunden-Takt aufgezeichnet; parallel misst ein Durchflussmesser das injizierte Volumen. Ein typisches Risiko in den sandigen Abschnitten unter Gütersloh ist die hydraulische Rissbildung bei zu hohem Druckgradienten, wodurch ein künstlich überhöhter kf-Wert gemessen würde – die Prüfnorm schreibt deshalb maximale Druckhöhen in Abhängigkeit von der Tiefenlage des Grundwasserspiegels vor. Bei Lugeon-Tests im Kalkmergel kann eine unzureichende Packerabdichtung bei rauer Bohrlochwand zu Bypass-Strömungen führen, die den Lugeon-Wert verfälschen. Das Prüfprotokoll erfasst deshalb neben Druck und Durchfluss auch die Rückläufigkeit nach Druckentlastung, um Leckagen sofort zu erkennen und die Messung gegebenenfalls nach Packer-Neusetzen zu wiederholen.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN 18130-1:1998-05 – Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts (Feldversuch, Lockergestein), DIN EN ISO 22282-2:2012-09 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Feldversuche – Teil 2: Open-End-Test, DIN EN ISO 22282-3:2012-09 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Feldversuche – Teil 3: Packer-Test, DWA-A 138:2005-04 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser

Unsere Leistungen

Unsere Felddurchlässigkeitsversuche in Gütersloh decken das gesamte Spektrum vom oberflächennahen Sickertest bis zum tiefen Gebirgsdurchlässigkeitstest ab. Die nachfolgend beschriebenen Prüfverfahren werden baustellengerecht mit eigenem Bohrgerät und kalibrierter Messtechnik durchgeführt.

Lefranc-Versuch (Open-End-Test) in Gütersloh

Durchführung des Versuchs mit konstanter oder fallender Druckhöhe in Lockergesteinsbohrungen nach DIN 18130-1. Ermittlung des kf-Werts für Sande, Kiese und Geschiebelehme der Emsniederung, inklusive Auswertung nach Hvorslev und Dokumentation der Schichtansprache. Einsatz bei Versickerungsgutachten für Gewerbe- und Wohnbauprojekte im gesamten Kreis Gütersloh.

Lugeon-Test (Packer-Test) in Gütersloh

Fünfdruckstufen-Test im klüftigen Festgestein nach DIN EN ISO 22282-3 zur Bestimmung des Gebirgsdurchlässigkeitsbeiwerts. Anwendung im kreidezeitlichen Kalkmergel des südlichen Stadtgebiets und bei Abdichtungsnachweisen für Deponiebauwerke. Das Lugeon-Diagramm gibt Aufschluss über Kluftverhalten (dilatant, erosiv, laminar) und dient als Basis für Injektionskonzepte.

Häufige Fragen

Welche Kosten verursacht ein Felddurchlässigkeitsversuch in Gütersloh?

Die Kosten für einen Lefranc- oder Lugeon-Test in Gütersloh liegen typischerweise zwischen €650 und €1070 pro Versuch, abhängig von Testtiefe, erforderlicher Bohrlochherstellung und Anzahl der Druckstufen. Darin enthalten sind die Vorbereitung des Bohrlochs, die eigentliche Versuchsdurchführung mit kalibrierter Messtechnik sowie die ingenieurtechnische Auswertung inklusive Bericht.

Wann wird der Lefranc-Versuch und wann der Lugeon-Test eingesetzt?

Der Lefranc-Versuch ist das Standardverfahren für Lockergesteine wie Sand, Kies und Geschiebelehm mit kf-Werten über 1×10⁻⁷ m/s. In Gütersloh kommt er überwiegend in den quartären Talfüllungen der Ems zum Einsatz. Der Lugeon-Test hingegen wird im klüftigen Festgestein – hier in den Kalkmergeln des Turoniums – angewendet, wenn die Gebirgsdurchlässigkeit über ein Packer-System abschnittsweise gemessen werden muss. Beide Verfahren sind in der DIN EN ISO 22282 geregelt.

Welche Norm ist für den Durchlässigkeitsversuch in Deutschland maßgebend?

Für Lockergestein gilt die DIN 18130-1, ergänzt durch die DIN EN ISO 22282-2 für den Open-End-Test. Für den Packer-Test im Fels ist die DIN EN ISO 22282-3 einschlägig. Im Bereich der Versickerungsplanung ist zusätzlich das DWA-Arbeitsblatt A 138 zu beachten, das Vorgaben zur Ermittlung der Untergrunddurchlässigkeit für dezentrale Regenwasserbewirtschaftung macht.

Wie lange dauert ein Lugeon-Test in einer Bohrung in Gütersloh?

Ein Lugeon-Test mit fünf Druckstufen (ansteigend und abfallend) benötigt etwa 100 Minuten reine Prüfzeit, zuzüglich Packer-Setzzeit und Bohrlochvorbereitung. In der Praxis ist mit 2 bis 3 Stunden je Testintervall zu rechnen. Die Auswertung erfolgt direkt auf der Baustelle, sodass erste Ergebnisse noch am selben Tag vorliegen.

Abdeckung in Gütersloh